Rakhi Peswani

24.10.

Aus traditionellen, “armen” Textilien, wie Jute, aus Draht oder aus organischen Materialien, wie Holz, Blättern oder Insekten entwickelt Rakhi Peswani Installationen und Wandarbeiten, die über die Art der Bearbeitung eine physische Qualität erhalten, die die Verletzlichkeit des Individuums in einer sich von ihren eigentlichen Wurzeln immer stärker entfernenden Gegenwart, hervorheben. Die Ausstellung der in Bangalore lebenden Künstlerin findet im Rahmen eines Residenzaufenthalts im Künstler*innenhaus Westwerk statt.

By means of traditional, “poor” textiles like jute, of wire or of organic materi- al like wood, leaves or insects Rakhi Peswani creates installations and paper works, that gain physical qualities because of the way she processes them. Physical Qualities that emphasize the vulnerability of the individual while facing a reality that looses its ties to its own roots. Rakhi Peswani lives in Bangalore. Her exhibition is part of an artist residency at the artist-run space Westwerk.

Details

Veranstalter:

Anja Ellenberger (Kuratorin)


Ort:

Westwerk
Admiralitätsstraße 74
20459 Hamburg


Datum:

24. 10.:  19:00 Uhr Vernissage
24. 10. – 3. 11. 2019: Ausstellung


Kosten:

Frei/Free

Rakhi Peswani- „Keine Interpretation ist die einzig Richtige“

von Marko Vukoja

Große Hanseatische Buchstaben über einer massiven schwarzen Tür sind das Tor zu der Vernissage im „Westwerk“ von Rakhi Peswani, im Rahmen der „India Week“.

Eindrucksvoll sind die Installationen, Zeichnungen  und Aquarelle in den rustikalen und weiten Räumen der Galerie bei der Stadthausbrücke, die bei dem Großteil der Besucher Fragen aufwerfen:

Leinensäcke die an der Decke befestigt sind, bedruckt mit einer Biene auf der einen Seite, einer Wabe auf der anderen. Aus dem Sackende, erstreckt sich ein roter Samt bis zum Boden. Dunkelrotwie Blut, ist die erste Idee die einem in den Kopf schießt. Auch bei der nächsten Installation findet sich ein weiterer Sack aus grobem Leinen. Mit Schablonen in rot und schwarz, dass Zeichen der Sozialisten, die geballte Faust. Das eine Ende des Sackes abgeschnürt, der Boden offen und erneut  bis zum Boden ragender roter Samt der angebracht ist.

Zum anfassen gibt es auf der Rückseite der Skulpturen Gelegenheit: im Licht einer Lampe, wurden Tische mit zahlreichen Kärtchen bestückt. „ Primal Reminders- Experience of Innocence“ heisst einer dieser Tische. Auf der Vorderseite der Kärtchen tote Insekten,  filigran gemalte Aquarelle. Weiße Stoff-Handschuhe liegen bereit, um auf der Rückseite der Aquarelle mögliche Titel oder Namen, wie „gray mud“ zu entdecken. 

Sehenswert sind auch die anatomischen Handzeichnungen in der Eingangshalle und ein fleckiges Leinen, auf dem etliche, aus Samt geformte „Velvet Bucks“ sitzen.

Velvet bucks sind rote Käferchen die vom Aussterben bedroht sind, wie uns die Künstlerin erklärt. Die Käfer werden und der Medizin und zur Herstellung von Pigmenten verwendet. 

„Die Dinge, auf die es keine einfache Antwort gibt, sind die, die einen umso mehr zum Nachdenken anregen. Wenn man trotzdem keine Antwort findet, ist es auch ok keine Lösung zu haben“, sagt die Künstlerin aus Indien, wenn jemand versucht Erklärungen  ihrer Kunstwerke von Rakhi Peswani zu bekommen.

Zu Anatomy of Labour sagt Rakhi Peswani: „There is a larger process going on in the world“. Bezogen auf diese Installation bedeutet das so viel wie: die Welt stehe in einem größeren Wandel, als auf den ersten Blick hier sichtbar ist. Der  Titel der Ausstellung „ Incisions Inflections Aberrations“ hat die Intention Dinge anzuschneiden, eine Variation zu erschaffen und dies in einer zuvor nicht dagewesenen Form darzustellen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 03.10. zu sehen.

Rakhi Peswani

24.10.

Aus traditionellen, “armen” Textilien, wie Jute, aus Draht oder aus organischen Materialien, wie Holz, Blättern oder Insekten entwickelt Rakhi Peswani Installationen und Wandarbeiten, die über die Art der Bearbeitung eine physische Qualität erhalten, die die Verletzlichkeit des Individuums in einer sich von ihren eigentlichen Wurzeln immer stärker entfernenden Gegenwart, hervorheben. Die Ausstellung der in Bangalore lebenden Künstlerin findet im Rahmen eines Residenzaufenthalts im Künstler*innenhaus Westwerk statt.

By means of traditional, “poor” textiles like jute, of wire or of organic materi- al like wood, leaves or insects Rakhi Peswani creates installations and paper works, that gain physical qualities because of the way she processes them. Physical Qualities that emphasize the vulnerability of the individual while facing a reality that looses its ties to its own roots. Rakhi Peswani lives in Bangalore. Her exhibition is part of an artist residency at the artist-run space Westwerk.

Details

Veranstalter:

Anja Ellenberger (Kuratorin)


Ort:

Westwerk
Admiralitätsstraße 74
20459 Hamburg


Datum:

24. 10.:  19:00 Uhr Vernissage
24. 10. – 3. 11. 2019: Ausstellung


Kosten:

Frei/Free

Rakhi Peswani- „Keine Interpretation ist die einzig Richtige“

von Marko Vukoja

Große Hanseatische Buchstaben über einer massiven schwarzen Tür sind das Tor zu der Vernissage im „Westwerk“ von Rakhi Peswani, im Rahmen der „India Week“.

Eindrucksvoll sind die Installationen, Zeichnungen  und Aquarelle in den rustikalen und weiten Räumen der Galerie bei der Stadthausbrücke, die bei dem Großteil der Besucher Fragen aufwerfen:

Leinensäcke die an der Decke befestigt sind, bedruckt mit einer Biene auf der einen Seite, einer Wabe auf der anderen. Aus dem Sackende, erstreckt sich ein roter Samt bis zum Boden. Dunkelrotwie Blut, ist die erste Idee die einem in den Kopf schießt. Auch bei der nächsten Installation findet sich ein weiterer Sack aus grobem Leinen. Mit Schablonen in rot und schwarz, dass Zeichen der Sozialisten, die geballte Faust. Das eine Ende des Sackes abgeschnürt, der Boden offen und erneut  bis zum Boden ragender roter Samt der angebracht ist.

Zum anfassen gibt es auf der Rückseite der Skulpturen Gelegenheit: im Licht einer Lampe, wurden Tische mit zahlreichen Kärtchen bestückt. „ Primal Reminders- Experience of Innocence“ heisst einer dieser Tische. Auf der Vorderseite der Kärtchen tote Insekten,  filigran gemalte Aquarelle. Weiße Stoff-Handschuhe liegen bereit, um auf der Rückseite der Aquarelle mögliche Titel oder Namen, wie „gray mud“ zu entdecken. 

Sehenswert sind auch die anatomischen Handzeichnungen in der Eingangshalle und ein fleckiges Leinen, auf dem etliche, aus Samt geformte „Velvet Bucks“ sitzen.

Velvet bucks sind rote Käferchen die vom Aussterben bedroht sind, wie uns die Künstlerin erklärt. Die Käfer werden und der Medizin und zur Herstellung von Pigmenten verwendet. 

„Die Dinge, auf die es keine einfache Antwort gibt, sind die, die einen umso mehr zum Nachdenken anregen. Wenn man trotzdem keine Antwort findet, ist es auch ok keine Lösung zu haben“, sagt die Künstlerin aus Indien, wenn jemand versucht Erklärungen  ihrer Kunstwerke von Rakhi Peswani zu bekommen.

Zu Anatomy of Labour sagt Rakhi Peswani: „There is a larger process going on in the world“. Bezogen auf diese Installation bedeutet das so viel wie: die Welt stehe in einem größeren Wandel, als auf den ersten Blick hier sichtbar ist. Der  Titel der Ausstellung „ Incisions Inflections Aberrations“ hat die Intention Dinge anzuschneiden, eine Variation zu erschaffen und dies in einer zuvor nicht dagewesenen Form darzustellen.

Die Ausstellung ist noch bis zum 03.10. zu sehen.