Women’s Voice – India’s Choice (2019)

29.10.

Die Stimme der Frauen ist die Chance für Indien. Shammi Singh reist für sei- nen Dokumentarfilm durch Indien und erzählt beeindruckende Geschichten von Frauen, die endlich zu Wort kommen. Dabei vergleicht der Filmemacher das Leben der Frauen in Indien mit dem der Frauen im Westen. Der Dokumen- tarfilm, der im Juli 2019 seine Weltpremiere auf dem 16. Indischen Filmfesti- val in Stuttgart hatte, wird erstmals in Hamburg gezeigt.

Filmpräsentation in deutscher Sprache mit englischen Untertiteln mit an- schließender Diskussion mit Shammi Singh.

Women’s voices are a chance for India. For his documentary, Shammi Singh travels around India and tells stories about women who finally get a word. Thereby, the filmmaker compares lives of women in India and in the West. The documentary, which had its world premiere at the 16th Indian Film Festival in Stuttgart in July 2019, will be shown for the first time in Hamburg. Film pres- entation in German language and English subtitles. Afterwards, a discussion with Shammi Singh follows.

Details

Veranstalter:

Mandelzweig-Projekthilfe e. V. in Kooperation mit Terre des hommes Hamburg


Ort:

Studio-Kino Bernsoffstraße 93 – 96 22767 Hamburg


Datum:

29.10.

19:00 Uhr

Kosten:

€ 9,00 € 7,50 (ermäßigt)

Women´s Voice – India´s Choice

Ein Film von Shammi Singh.

Shammi Singh ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Der Sohn einer deutschen Mutter und eines indischen Vaters verspürte im Laufe des Erwachsenwerdens eine immer stärker werdende Bindung zu dem Heimatland seines Vaters. Er reiste einige Male nach Indien und jedes Mal wurde er von Freundinnen und Bekannten gefragt: Ist es sicher nach Indien zu reisen? Könnte ich als Frau auch nach Indien reisen? Diese Frage, auf die er selbst keine Antwort wusste, brachte ihn zu dem Entschluss, bei seinem nächsten Besuch in Indien ein Projekt zu starten. Er nahm sich vor, die indischen Frauen selbst zu Fragen – und das tat er auch.

Der Film „Women´s Voice – India´s Choice“ ist eine Dokumentation, die viele verschiedene Frauen aus unterschiedlichen Teilen Indiens, aus unterschiedlichen Schichten und mit unterschiedlichen Hintergründen zeigt. All diese Frauen hat Singh interviewt, um ihnen eine Stimme zu geben, um all diese Frauen ihre Geschichten erzählen zu lassen. Die Antworten der Frauen sind beeindruckend. Im Westen haben viele oft noch ein veraltetes Bild von Indien. Viele denken beim Thema Frauen in Indien sofort an Zwangsverheiratung im Jugendalter, (sexuelle) Gewalt an Frauen und Säureangriffe. Außerdem hätten die Frauen im Haus nichts zu sagen, blieben zuhause und würden auf die Kinder aufpassen. Kurz gesagt: Sie seien das untergeordnete Geschlecht.

Doch der Film zeigt deutlich, dass sich dieses Bild der Frau im Wandel befindet. Viele Frauen haben gelernt „Nein“ zu sagen, nein zu Zwangsverheiratung und untergeordnetem Willen. Sie sind eigenständig geworden, bilden sich weiter und gehen arbeiten. Viele leben in eigenen Wohnungen. Ein Grund für dieses Verhalten ist die Digitalisierung:

durch den öffentlichen Zugang zum Internet sehen die Inderinnen, wie Frauen auf dem Rest der Welt leben: frei und selbstbestimmt.

Das sind jedoch nicht die einzigen Vorteile der digitalen Welt. Durch die Medien ist die Anzahl der Fälle wie Säureangriffe oder sexuelle Übergriffe in den letzten Jahren deutlich gesunken. Die Fälle wurden publik gemacht, auf der ganzen Welt haben Menschen davon erfahren und die indische Regierung sah sich zum Handeln gezwungen. Es gibt heutzutage viel mehr Festnahmen von Tätern solcher Angriffe und es wurden sogar neue Gesetze zum Schutz der Frauen erlassen.

Besonders polarisiert hat dabei die #metoo Kampagne, bei der junge Frauen und Mädchen den Hashtag in sozialen Netzwerken nutzen, um zu zeigen, dass auch sie schon mal Opfer sexueller Gewalt wurden. Dabei stellten die Inder fest, dass fast jede Frau im Land schon einmal, zumindest verbal, belästigt wurde. Diese Kampagne war für den jungen Filmemacher ein großer Anstoß, sein Projekt durchzuführen.

Zunächst versuchte er, von Deutschland aus Kontakte zu knüpfen und Interview-Partnerinnen zu finden. Dieses Vorhaben blieb jedoch erfolglos, sodass er sich auf den Weg nach Indien so erfolgreich, dass er letztendlich 20 Frauen interviewte und den knapp einstündigen Film produzieren konnte. Dass er die Frauen als Akteurinnen und nicht als Opfer darstellte, fand großen Anklang und ermöglichte ihm die Durchführung dieses Projekts. Mit seinen Ressourcen konnte Singh nicht in alle Teile des Landes reisen. In den vielen abgelegenen Dörfern Indiens hätte er viel mehr Hilfe von Übersetzerinnen gebraucht. Er kann jedoch rückblickend sagen, dass ihm die Reise gezeigt hat, dass Emanzipation und der Weg zur Selbstbestimmung, anders als vermutet, nicht immer mit wirtschaftlichem Erfolg oder Bildung zu tun hat. Es gibt auch in den niederen Schichten selbstbewusste Frauen, vor allem wenn die Familie darauf angewiesen ist, dass die Frau zusätzlich arbeitet. Trägt die Frau zum Einkommen bei, darf sie auch mitbestimmen, was mit dem Geld passiert und erlangt dadurch einen anderen Stellenwert in der Familie.

Trotzdem sind Bildung und Arbeit für Frauen natürlich wichtige Faktoren, um die ganzheitliche Entwicklung der indischen Gesellschaft, hin zur Gleichberechtigung, voranzutreiben. In vielen Großstädten ist dies schon passiert. Männer wie Frauen bewegen sich auf die gleiche Weise auf der Straße, arbeiten und lernen in den gleichen Einrichtungen. Die Frauen dort berichten, dass ein Umzug in eine solche Stadt ihren Lebensstil, aber auch ihren Umgang mit Männern vollkommen verändert hat. Sie fühlen sich nun auf Augenhöhe, gleichberechtigt und vor allem gleichwertig. Zudem haben die Frauen keine Angst mehr. Sie können die Kleidung tragen, die sie wollen und abends rausgehen, solange sie möchten. All dies ist vielen Frauen in anderen Landesteilen noch nicht möglich, doch die Entwicklung schreitet voran.

Für Shammi Singh wäre es spannend, das Thema in fünf bis zehn Jahren noch einmal aufzugreifen, die Frauen noch einmal wieder zu treffen und sich den Entwicklungsstand anzuschauen.

Sein großer Traum ist es, den produzierten Film einmal vor indischem Publikum zu zeigen.

Women’s Voice – India’s Choice (2019)

29.10.

Women´s Voice – India´s Choice

Ein Film von Shammi Singh.

Shammi Singh ist in Deutschland geboren und aufgewachsen. Der Sohn einer deutschen Mutter und eines indischen Vaters verspürte im Laufe des Erwachsenwerdens eine immer stärker werdende Bindung zu dem Heimatland seines Vaters. Er reiste einige Male nach Indien und jedes Mal wurde er von Freundinnen und Bekannten gefragt: Ist es sicher nach Indien zu reisen? Könnte ich als Frau auch nach Indien reisen? Diese Frage, auf die er selbst keine Antwort wusste, brachte ihn zu dem Entschluss, bei seinem nächsten Besuch in Indien ein Projekt zu starten. Er nahm sich vor, die indischen Frauen selbst zu Fragen – und das tat er auch.

Der Film „Women´s Voice – India´s Choice“ ist eine Dokumentation, die viele verschiedene Frauen aus unterschiedlichen Teilen Indiens, aus unterschiedlichen Schichten und mit unterschiedlichen Hintergründen zeigt. All diese Frauen hat Singh interviewt, um ihnen eine Stimme zu geben, um all diese Frauen ihre Geschichten erzählen zu lassen. Die Antworten der Frauen sind beeindruckend. Im Westen haben viele oft noch ein veraltetes Bild von Indien. Viele denken beim Thema Frauen in Indien sofort an Zwangsverheiratung im Jugendalter, (sexuelle) Gewalt an Frauen und Säureangriffe. Außerdem hätten die Frauen im Haus nichts zu sagen, blieben zuhause und würden auf die Kinder aufpassen. Kurz gesagt: Sie seien das untergeordnete Geschlecht.

Doch der Film zeigt deutlich, dass sich dieses Bild der Frau im Wandel befindet. Viele Frauen haben gelernt „Nein“ zu sagen, nein zu Zwangsverheiratung und untergeordnetem Willen. Sie sind eigenständig geworden, bilden sich weiter und gehen arbeiten. Viele leben in eigenen Wohnungen. Ein Grund für dieses Verhalten ist die Digitalisierung:

durch den öffentlichen Zugang zum Internet sehen die Inderinnen, wie Frauen auf dem Rest der Welt leben: frei und selbstbestimmt.

Das sind jedoch nicht die einzigen Vorteile der digitalen Welt. Durch die Medien ist die Anzahl der Fälle wie Säureangriffe oder sexuelle Übergriffe in den letzten Jahren deutlich gesunken. Die Fälle wurden publik gemacht, auf der ganzen Welt haben Menschen davon erfahren und die indische Regierung sah sich zum Handeln gezwungen. Es gibt heutzutage viel mehr Festnahmen von Tätern solcher Angriffe und es wurden sogar neue Gesetze zum Schutz der Frauen erlassen.

Besonders polarisiert hat dabei die #metoo Kampagne, bei der junge Frauen und Mädchen den Hashtag in sozialen Netzwerken nutzen, um zu zeigen, dass auch sie schon mal Opfer sexueller Gewalt wurden. Dabei stellten die Inder fest, dass fast jede Frau im Land schon einmal, zumindest verbal, belästigt wurde. Diese Kampagne war für den jungen Filmemacher ein großer Anstoß, sein Projekt durchzuführen.

Zunächst versuchte er, von Deutschland aus Kontakte zu knüpfen und Interview-Partnerinnen zu finden. Dieses Vorhaben blieb jedoch erfolglos, sodass er sich auf den Weg nach Indien so erfolgreich, dass er letztendlich 20 Frauen interviewte und den knapp einstündigen Film produzieren konnte. Dass er die Frauen als Akteurinnen und nicht als Opfer darstellte, fand großen Anklang und ermöglichte ihm die Durchführung dieses Projekts. Mit seinen Ressourcen konnte Singh nicht in alle Teile des Landes reisen. In den vielen abgelegenen Dörfern Indiens hätte er viel mehr Hilfe von Übersetzerinnen gebraucht. Er kann jedoch rückblickend sagen, dass ihm die Reise gezeigt hat, dass Emanzipation und der Weg zur Selbstbestimmung, anders als vermutet, nicht immer mit wirtschaftlichem Erfolg oder Bildung zu tun hat. Es gibt auch in den niederen Schichten selbstbewusste Frauen, vor allem wenn die Familie darauf angewiesen ist, dass die Frau zusätzlich arbeitet. Trägt die Frau zum Einkommen bei, darf sie auch mitbestimmen, was mit dem Geld passiert und erlangt dadurch einen anderen Stellenwert in der Familie.

Trotzdem sind Bildung und Arbeit für Frauen natürlich wichtige Faktoren, um die ganzheitliche Entwicklung der indischen Gesellschaft, hin zur Gleichberechtigung, voranzutreiben. In vielen Großstädten ist dies schon passiert. Männer wie Frauen bewegen sich auf die gleiche Weise auf der Straße, arbeiten und lernen in den gleichen Einrichtungen. Die Frauen dort berichten, dass ein Umzug in eine solche Stadt ihren Lebensstil, aber auch ihren Umgang mit Männern vollkommen verändert hat. Sie fühlen sich nun auf Augenhöhe, gleichberechtigt und vor allem gleichwertig. Zudem haben die Frauen keine Angst mehr. Sie können die Kleidung tragen, die sie wollen und abends rausgehen, solange sie möchten. All dies ist vielen Frauen in anderen Landesteilen noch nicht möglich, doch die Entwicklung schreitet voran.

Für Shammi Singh wäre es spannend, das Thema in fünf bis zehn Jahren noch einmal aufzugreifen, die Frauen noch einmal wieder zu treffen und sich den Entwicklungsstand anzuschauen.

Sein großer Traum ist es, den produzierten Film einmal vor indischem Publikum zu zeigen.

Details

Veranstalter:

Mandelzweig-Projekthilfe e. V. in Kooperation mit Terre des hommes Hamburg


Ort:

Studio-Kino Bernsoffstraße 93 – 96 22767 Hamburg


Datum:

29.10.

19:00 Uhr

Kosten:

€ 9,00 € 7,50 (ermäßigt)